11.Mahnwache in Weilheim, nach sieben Wochen Krieg gegen die Ukraine

12. April 2022 0 Von Alfred Honisch

Ca. 60 TeilnehmerInnen versammelten sich erneut zu einer Mahnwache auf dem Weilheimer Kirchplatz.
Inhaltlich bezogen sich die Wortmeldung vor allem auf die übergroße Hilfsbereitschaft der Bevölkerung des Landkreises für die Geflüchteten aus der Ukraine.
981 Personen trafen bisher im Landkreis ein. Davon wurden 815 von Privatpersonen aufgenommen, 166 Menschen fanden in zentralen Unterkünften des Landkreises eine Bleibe. Für die Woche ab 11.04.22 werden weitere 50 Kriegsflüchtlinge erwartet.
Parallel zum amtlichen Koordination – die Flüchtlinge werden als AsylleistungsbewerberInnen behandelt –  erfolgt die ehrenamtliche Hilfe über den „Unterstützerkreis Asyl, Weilheim“ durch die beiden Konfessionen. Das heißt durch die katholische Pfarreiengemeinschaft sowie die evangelische Diakonie, in Zusammenarbeit mit der Herzogsägmühle, Peiting.
Bemerkenswert auch die Hilfen der Gemeinden Polling, Bernried und Pähl, bei der Demo vertreten durch den 1. Bürgermeister Pollings, Martin Pape. Zusammen mit Alice Lintl organisieren beide für den Landkreis Kleidertransporte ins Zentrum der Ukraine, in die Stadt Winnyzja, westlich von Kiew.
Die Wortmeldung von Jan Meyer griff die Rede von Friedensforscher Erich Schmidt-Eenboom bei der 8. Mahnwache, am 21. März, auf und gab seinem Beitrag und damit der Mahnwache kurzzeitig eine politische Dimension. Der Sprecher forderte, Schmidt-Eenbohms Forschungsinstituts für Friedenspolitik e.V. mehr Bedeutung und Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. „Weilheim hat damit doch ein renommiertes Institut vor Ort!“ 
Ein Hinweis ganz praktischer Art kam von der Weilheimern Anneliese Back. Sie habe Informationen, wonach Frauen in der Ukraine dringend stiefelartige Schuhe benötigen würden, um in den von Glassplittern, Scherben und Betonbrocken übersäten zerstörten Häusern mit den Aufräumarbeiten beginnen zu können! Sie sei damit auf das Weilheim Schuhhaus „Pröpstl“ zugegangen und habe ein durchaus vielversprechendes Gespräch geführt.
Anm.: Mittlerweile konnte Frau Back einen Karton mit acht Paar Schuhen bei dem ukrainischen Ehepaar Felix und Myroslava Schimke-Klubuk abliefern. Back wurde später von einer Teilnehmerin bei der Montagsdemo auf das „Schuhe-Thema“ angesprochen, worauf die „Übergabe“ des Schuhwerks zustande kam.

Geflüchtetenzahlen im Landkreis:               Ukraine-Informationen und Hilfsangebote:
– Peißenberg: > 100 Personen                       – div. Links dazu
– Weilheim:  wird nachgefragt!

vgl. auch: Friedensinstitut Freiburg