25. Ukraine-Treffen ganz im Zeichen der Sommerpause

2. August 2022 0 Von Alfred Honisch

Ein Dichter als ukrainische Identifikationsfigur und die Idee für einen Energiedeal

Herr Kerscher referierte diesmal über den Nationaldichter der Ukraine, Tara Schewtschenko,  im Westen wenig bekannt, aber in der Ukraine hochverehrt und zuletzt die Identifikationsfigur für den Volksaufstand auf dem Maidan, in Kiew.

Mit Tara Schewtschenko (1814 – 1861) entstand „schon Mitte des 19. Jahrhunderts ein ukrainisches Bewusstsein in Russland“, so Kerscher, obwohl die Ukraine erst 1991 (von der Sowjetunion) unabhängig wurde!
Anm.: „Das heutige Territorium der Ukraine gehörte im Laufe der Geschichte zu mindestens 14 verschiedenen Staaten, …“ (vgl. geschichte-der-ukraine-im-ueberblick).

„Schewtschenko war für die Kommunisten ein Vorzeige-Ukrainer“ (vgl. taz v. 06.03.2014), für die Ukraine hingegen der Sohn eines leibeigenen Bauern, der von Freunden 1828 freigekauft werden musste. Wegen seiner antizaristischen Schriften wurde er 11 Jahre in den Ural verbannt und durfte nie wieder in die Ukraine zurückkehren (vgl. taras-grigorjewitsch-schewtschenko.html).

Eine ältere Ukrainerin ergriff im weiteren Verlauf ebenfalls das „offene Mikrofon“ und informierte über die Gründungsgeschichte mehrerer ukrainischer Städte, „die durchaus bis ins 6. Jahrhundert n. Chr. zurückreiche!“
Energie-Deal in Sachen Stromversorgung
Gerd Schober sprach am Ende des Treffens die aktuelle Energiediskussion an, nachdem Russland seine Gaslieferungen an Deutschland bis auf 20 Prozent der vereinbarten Liefermenge gekürzt hat.
„Die Ukraine hat einen Stromüberschuss, den könnte Deutschland eventuell einkaufen!“, so seine Meinung. In der Tat hat die Ukraine – laut Medienberichten – ihr Energienetz Mitte März 2022 mit den Europäischen Übertragungsnetzbetreibern synchronisiert (vgl. BZ v. 24.06.2022). Somit könnte ukrainischer Atomstrom Versorgungsengpässe auffangen. Allerdings lag der Anteil der Stromerzeugung mittels Erdgas in Deutschland 2021 bei ca. 15 Prozent, Kohle ca. 28 Prozent, Windkraft 19 Prozent, Kernenergie 11,8 Prozent, Photovoltaik bei 8,5 Prozent sowie Biomasse + Wasserkraft bei ca. 10 Prozent (Quelle: „Zukunft Gas„, 2021).

Ein Fest des Dankes, mit geflüchteten UkrainerInnen
Erste Anfragen an die Stadt Weilheim für ein Fest auf dem Marienplatz laufen bereits.

ah
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