9. Prüf-Demo in Weilheim

18. September 2026 Aus Von Alfred Honisch

50 Menschen thematisieren Sachsen-Anhalt-Wahl auf dem Herzog-Albrecht-Platz

Prüfen rettet übrigens Freiheit! Dahinter steht eine bundesweite „Prüf“-Initiative, wobei der Name Abkürzung und Aufforderung zugleich ist.
Zum neunten Mal war das die zentrale Forderung der Demonstranten an die Bayerische Staatsregierung, nämlich alle Parteien, die vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuft sind, vom Bundesverfassungsgericht überprüfen zu lassen.

Auch deutschlandweit wurden an diesem Samstag in 15 Landeshauptstädten zu PRÜF-Kundgebungen aufgefordert, und es kamen so viele wie nie zuvor, 12000 Menschen in München, 20000 in Düsseldorf oder ca. 1000 in Magdeburg!
Die „PRÜF“-Veranstaltungen finden immer am zweiten Samstag eines Monat statt und sind bewusst nicht als klassische Kundgebungen angelegt, sondern beeindrucken durch ihren ausgeprägten Event- und Happening-Charakter.
Brigitte Gronau, die Versammlungsleiterin, erklärte die „Idee“ hinter „PRÜF!“ so: „In Deutschland wird alles einer Prüfung unterzogen. Das Auto beim TÜV, die Stiftung Warentest checkt die Funktion einer Kaffeemaschine, oder die Dehnbarkeit von Damenstrumpfhosen! Warum nicht auch eine Partei prüfen, ob sie verfassungskonform ist! Erstmals wurde diese Forderung von Nico Semsroth (ehem. EU-Politiker) im November 2024 erhoben.
Alfred Honisch, neben Brigitte Gronau, Moderator der Veranstaltung: „Wir wollen für etwas demonstrieren, nicht gegen etwas! Konkret für eine simple Tugend, nämlich der des Prüfens, auch im Politikbetrieb!“
Die Initiatoren haben nach dem Erdrutsch-Wahlsieg in Sachsen-Anhalt vor allem die AfD im Focus und wollen erreichen, dass der Bundesrat einen Verbotsantrag gegen die Partei vor dem Karlsruher Bundesverfassungsgericht stellt.

Zum zeitlich strikt einstündigen Demo-Treff gehörte auch diesmal wieder das gemeinsame Skandieren von sarkastisch verfassten Polit-Liedern zu Gassenhausern wie „Bruder Jakob“ oder „Alle Vöglein sind schon da“ und anderen. Festes Momentum der Demo war wiederum das „offene Mikrofon“! Hierbei wurden zahlreiche Meinung zur Sicht der Dinge öffentlich vorgetragen, Zitate aus dem Grundgesetz ebenso wie ganz persönlich begründete Ängste zum Wiedererstarken des Rechtsextremismus auch im Westen Deutschlands.   

ah